Ringreiterverein Saddelfast Mildstedt von 1920
(Text, Fotos und Formatierung: RVV Saddelfast)
Inhalt:
Entstehungsgeschichte Saddelfast
Ablauf des alljährlichen Ringreitens
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Gründung: |
1920 |
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Mitglieder: |
z.Z. 38 |
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Vorstand: |
1. Vorsitzender (General): Steffen Lorenzen 2. Vorsitzender (Leutnant): Frank Philipp Kassen- und Schriftwart: Hauke Göttsche |
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Erw. Vorstand: |
Fahnenträger: Gerd Hansen Ältersleute: Volkert Nissen, Johannes Marquardt |
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König 2005
Hauke Göttsche
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Vereinsanschrift: |
Eschenweg 11, 25866 Mildstedt 04841 / 71504 |
Kegelkönigin in 2005 wurde: Christina Vogler
Wer in Mildstedt und Umgebung Interesse am Ringreiten hat, wendet sich bitte an die einzelnen
Kegelkönigin in 2005 wurde: Christina Vogler
Wer in Mildstedt und Umgebung Interesse am Ringreiten hat, wendet sich bitte an die einzelnen Vorstandsmitglieder.
Passive Mitglieder sind auch herzlich willkommen.
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Entstehungsgeschichte Saddelfast
Der Verein kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Im Jahre 1920 haben sich einige aktive Reiter aus Mildstedt, Lurup und Rosendahl aufgetan, um Mitglieder für einen Ringreiterverein zu werben. Im Februar 1920 wurde dann mit 11Reitern das 1. Fest des Vereins gefeiert, der monatlichen Beitrag betrug 1,50 DM. Zusätzlich war ein Festbeitrag von 10,-- DM festgesetzt worden. Für zu spät kommen, nicht genehmigtes Absitzen, für ungesicherte Lanzen u.ä. gab es einzelne Strafgelder. Seinerzeit war derjenige, der die meisten Ringe gestochen hat, der Held des Tages. Leider existieren erst ab 1948 Protokollbücher. Sie sind entweder verloren gegangen oder nicht geführt worden. Beim 30-jährigen Stiftungsfest im Jahre 1950 nahmen aber noch viele Gründungsmitglieder teil, die über die Gründungszeit berichten konnten. Die alte Tradition wird heute noch gepflegt. Das sind die Anzüge beim Ringreiten sowie der alljährliche Ablauf. Nur der Zeitpunkt des Ringreitens wurde irgendwann vom Frühjahr zum Mai verlegt. Auf eine andere Art hat Saddelfast zur Bereicherung des Vereinslebens der Gemeinde und der Umgebung gesorgt. Nach einer lebhaften Diskussion lehnten die Vereinsmitglieder mit einem Abstimmungsergebnis von 20 zu 8 Stimmen die Aufnahme von zwei Frauen ab – so kam es zur Gründung des Ringreitervereines Amazone Mildstedt von 1975 1995, zum 75 jährigen Vereinsjubiläum, wurde das Landesringreiten von Saddelfast in Mildstedt ausgerichtet. Am Landesringreiten traten 88 Vereine und rund 360 Pferde mit normaler und langer Lanze bzw. Ringstecher an. Im Jahre 2003 wurde der Beschluss gefasst, auch passive Mitglieder aufzunehmen. Passive Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten wie die Aktiven Mitglieder, mit Ausnahme des aktiven Reitens. |
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Ablauf des alljährlichen Ringreitens von Saddelfast
Saddelfast eröffnet alljährlich die Saison der Vereinfeste. In der letzten Maiwoche werden am Freitag gegen 15.00 Uhr die Bahnen für das Ringreiten aufgebaut, der Platz hergerichtet und von den Damen die Girlanden gebunden. Die anschließenden Versammlung mit gemütlichem Beisammensein und anschließenden Probeball bildet den ersten Höhepunkt des Ringreiterfestes. Am Samstag wird die Girlande zum alten König gebracht. Um 6.45 Uhr am Sonntag heißt es dann Antreten in Uniform und mit blank geputztem Pferd auf dem Dorfplatz beim Kirchspielskrug. Nach Einholen des Generals und der Vereinsfahne wird der alte König von zuhause abgeholt, voran spielt die Feuerwehrkapelle. Beim König gibt es einen Umtrunk und außerdem wird das Saddelfast- Ringreiterlied gesungen. Vom König geht es dann mit dem Umzug zum Festplatz und der Wettkampf beginnt. Bis zum Frühstück wird der Frühstückspokal ausgeritten. Um die Preise geht es nach einem besonderen System, wo der beste Stecher nicht immer den 1. Preis erhalten muss. Parallel zum Ringreiten wird durch die passiven Mitglieder und den Lebenspartnern der Mitglieder ein Kegelwettkamp durchgeführt. Vor der Kaffeepause, um ca.14.40Uhr, reiten wir den K.O.Pokal aus. Bei der anschließenden Kaffeetafel überbringen die Vereine des Dorfes ihre Grüße. Danach steigt die Spannung, denn der neue König soll präsentiert werden. Wer 3 Königsringe gestochen hat, ist der neue König von Saddelfast und wird mit großem Geleit nach Hause gebracht. Am Abend folgt die Preisverteilung für die Ringreiter und Kegler mit anschließendem Festball. Das Abbauen am Montag rundet das Fest harmonisch mit einem Abendessen ab.
Weitere Vereinsaktivitäten: Alle 2 Jahre wird ein Sommerfest und alljährlich ein Wintervergnügen veranstaltet. Das von Saddelfast alljährlich organisierte Kinderringreiten läuft nach ähnlich Ritualien wie bei den ``Großen`` ab. Weiterhin nimmt Saddelfast an zahlreichen Ringreiterveranstaltungen und anderen Vereinsfesten teil.
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Seit 1960 richtet der Verein jährlich ein Kinderringreiten aus, diese beliebte Veranstaltung hat ihren festen Platz im Mildstedter Veranstaltungskalender. Unsere damaliger Kamerad Max Mommsen hat dieses Ringreiten seinerzeit von Husum nach Mildstedt geholt und es über weite Grenzen bekannt gemacht. Es war seinerzeit das einzige Kinderringreiten in der Region. 1980 waren als Höchstpunkt 132 Kinder beim Kinderringreiten in Mildstedt. Heute, wo in vielen Orten ebenfalls Kinderringreiten veranstaltet werden, beträgt die Teilnehmerzahl durchschnittlich 50 Kinder.
Könige 2005 |
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von links: Marwin Sterner ,General- Katrin Hansen, Seike Göttsche, Ulricke Dircks |
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Das Ringreiten, diese besondere Mischung von Sport und Spiel, kann in Schleswig-Holstein auf eine lange Tradition zurückblicken. Aus Untersuchungen wissen wir, dass die höfischen Ritterspiele des Mittelalters in der frühen Neuzeit von Adel und Bürgertum übernommen und im 17. Jahrhundert in unserem Land als Ringreiten oder Rolandreiten ausgeübt wurden. Von da an reißt die Tradition dieser Reiterspiele nicht mehr ab Das Ring- und Rolandreiten ist ein uralter bäuerlicher Sport, der in seine überlieferten Formen noch heute typisch für den schleswig-holsteinischen Raum ist und der sich bis in unsere moderne, motorische Zeit hinein erhalten konnte. Man kann es auch als Volksspiel und als Brauchtum in Schleswig-Holstein bezeichnen. Zentrum dieser Reiterspiele ist die Westküste, insbesondere das Gebiet zwischen Heide und Niebüll. Verbreitet ist es auch in Angeln, Schwansen, Ostholstein und Stormarn sowie in Nordschleswig und in Holland. Beim Ringreiten gilt es, einen zwischen zwei Ständern (Galli’s) beweglich aufgehängten, etwa 2-3 cm weiten Ring mit einer Lanze aufzuspießen, während der Reiter im Galopp darunter durchreitet. Wer die meisten Ringe oder nach einem bestimmten Modus Ringe gestochen hat, ist König.
Im Ringreiten taten sich besonders der Gettorfer und dänischer Adel hervor. Bei einem Ringrennen am 17. Juli 1597 in Schleswig verlor Herzog Johann Adolf von Gettorf 80 Taler an König Christian IV und an Joachim von Bülow. Christian IV nahm während eines Besuches in Hamburg an einem Ringrennen teil, bei dem er 232 Durchritte unternahm und schließlich 33 Gewinne erlangen konnte. Schon 1730 gab es in Garding eine ``Ringreiterzunft``, deren Satzung strenge Regeln für das Verhalten der Ringreiter zu Pferde wie auch beim abendlichen Festmahl enthielten. Wer der Satzung zuwiderhandelte, musste Brüche (Strafe) zahlen. Das die Brüche den Armen des Ortes zugute kommen sollte, schrieben auch die Satzungen der heute noch existierenden Tönninger Reitergilde von 1823 vor. Die Reitergilde pflegte darüber hinaus eine besondere Tradition: 1848 stellten sich 25 Reiter aus Eiderstedt dem Oberkommandierenden der schleswig-holsteinischen Armee als Ordonanzreiter zur Verfügung, die damalige Uniform wird in Abgewandelter Form noch heute als Ringreitertracht getragen. Für ihre Verdienste wurden sie vom Prinzen von Schleswig-Holstein-Noer 1861 durch die Überreichung eines wertvollen Pokals geehrt. Der Pokal ist heute im Besitz des Kreises Nordfriesland. Das Ringreiterfest war früher ein Fest der Dorfjugend, kein Ortsfremder wurde dazu zugelassen, nahmen am eigentlichen Ringreiten nur die unverheirateten Männer teil. Die Satzungen vieler Ringreitervereine schrieben vor, dass sich alle sozialen Schichten des Dorfes unterschiedslos am Wettbewerb beteiligten sollten. Häufig war jedoch die Königsehre mit kostspieligem Aufwand für die Bewirtung verbunden, so dass die ärmeren Gemeindemitglieder tatsächlich nicht immer ganz gleichberechtigt beim Wettkampf mitstritten. In den einzelnen Landschaften Schleswig-Holsteins wurde das Ringreiten früher zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenste Weise durchgeführt. Meist fand der Wettkampf im Frühsommer (Pfingsten) statt, in Nordschleswig und in Dithmarschen jedoch in der Fastzeit, in Stapelholm kurz nach Neujahr. Meist trafen sich zu Beginn des Jahres die jungen Männer, um Vereinswahlen abzuhalten und die Organisation des anstehenden Festes zu bestimmen. Es wurden die Schaffer und der Feldführer ernannt, die gemeinsam für den reibungslosen Ablauf des Ringreitens verantwortlich waren. Die Knechte erboten sich rechtzeitig ein Pferd von ihrem Bauern, meist fand sich auch ein Hofbesitzer, der seine Diele für den abendlichen Festball zur Verfügung zu stellte. Außerdem suchte sich jeder Teilnehmer Ein Mädchen für den Tanz; dabei musste er seine Partnerin aus dem eigenen Haus wählen. Wettkampfplatz war im Allgemeinen die Dorfstraße oder sonst ein öffentlicher Platz. Es ist festzustellen, dass sich die der uralte Brauch des Ringreitens in Schleswig-Holstein in einer überraschenden Vielfalt erhalten hat. Die große Zahl der Veranstaltungen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die kulturellen Bedingungen des Brauchtums in vielerlei Hinsicht verändert haben und ihm damit gewissermaßen der natürliche Boden entzogen wurde. Früher war das Ringreiten ein Fest des ganzen Dorfes, an dem sich alle Gemeindemitglieder in irgendeiner Weise aktiv beteiligten. Auch der Umgang mit dem Pferd war eine Selbstverständlichkeit, während er heute meist nur noch eine exklusive Freizeitbeschäftigung darstellt. In den letzten Jahren zeichnet sich eine Entwicklung ab, die Ringreiterfeste in einem größeren Rahmen als Amtsringreiter- oder sogar Landesringreiterfeste zu veranstalten. Feste wie die seit 1978 wieder aufgenommenen Landesringreitertreffen bieten daneben auch Gelegenheit zu Gesprächen, gerade auch mit Gästen und Besuchern. Diese Offenheit, diese Bereitschaft zur Begegnung macht den besonderen Reiz dieser bunten und fröhlichen Feste aus.
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Generäle ab 1948
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Bezirks-/Amtsringreiten
Seit 1950 (nach einer Idee anl. des Jubiläums des RRV von 1925) wird im Amt Mildstedt und später im Amt Treene alljährlich ein Amtsringreiten durchgeführt und sich die 5 besten Reiter eines jeden Ringreitervereins aus dem Amt messen. Saddelfast ist bei diesem Wettbewerb als Mannschaft und bei den Einzelreitern besonders erfolgreich. In der Zeit von 1950 bis 1970 (Amt Mildstedt) hat der Verein die jeweiligen Pokale nach dreimaligen Erfolgen in seinem Besitz. Das letzte Amtsringreiten 2005 wurde in Mildstedt (RRV 1925) abgehalten.
Saddelfast Siegerplatzierungen ab 1980: 1. Platz beim Kreisringreiten 1990 1. Plätze beim Amtsringreiten 1980, 1982, 1987-1995, 2003 Einzelsieger Karl Heinz Stromberg: 1982, 1984, 1985, 1988, 1990, 1992, 1999 Volker Clausen: 1989, 1993, 1995, 1996 1. Platz beim Jubiläumsringreiten 1997 in Friedrichstadt 1. Platz beim Jahrhundertfest 1998 in Schleswig
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Landesringreiten:
Nicht nur auf örtlicher Ebene sondern auch auf Kreis- und Landesebene ist Saddelfast erfolgreich. Hier können Erfolge als Mannschaft und auch als Einzelreiter verbucht werden.
Saddelfast Siegerplatzierungen ab 1980: 1. Platz beim Landesringreiten 1988 und 1991 Landeskönig Karl Heinz Stromberg: 1991
1995, zum 75 jährigen Vereinsjubiläum, wurde das Landesringreiten von Saddelfast in Mildstedt ausgerichtet.
Foto
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Es blühen die Rosen, die Nachtigall singt, mein Herz ist voll Freude, voll Freude es springt. Ein Reiter zu Pferden, so ziehen wir durchs Land, zu frönen dem Sporte im Reiterverband.
Beim König dem Helden, da kehren wir ein, er kredenzt uns ein Gläschen von goldenem Wein. Ei Du Hübsche, Du Feine, komm setz Dich zu mir, nur wer gut ist zu Pferden, kann gut sein zu dir.
Doch eines mein Liebchen, dass leuchtet Dir ein, das Beste vom Feste kannst Du doch nicht sein. Ein Reiter, ein braver, das ist sicherlich, sorgt erst für sein Pferdchen und dann auch für dich.
Und ist sie geschlagen, die harmlose Schlacht, und haben den Besten zum König gemacht, dann reichen einander getreu wir die Hand, denn treu ist, ja treu ist der Reitersmann.
Text von: Christine Christiansen
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